Initiativ beginnt das Projekt 2010 in Sachsen-Anhalt mit einer Sammlung historischer und aktueller Fotografien um die Rekonstruktion eines historischen Gutshofes aus dem 19.Jahrhunderts. uf Basis dieser Bilder entsteht im Internet ein Projekt, das eine doku-fiktionale Geschichte entwickelt, die historische, ausgedachte und tatsächliche Begebenheiten schildert und diese miteinander vermischt.

Ein Open-Source Ansatz macht das Projekt durchlässig für weitere Protagonisten, die durch das Internet an dem Projekt teilhaben. Damit verschränkt sich zwangläufig die Fiktion mit dem realen Leben der Schreibenden, Sprechenden, Filmenden, und bildet das Lebensgefühl und die Lebensrealität einer Generation ab, die vollständig durch das Internet geprägt wird. Bewusst sollen hier Grenzen zwischen digitalem und analogem Erleben verschwimmen.

Thematisiert wird ein Phänomen, bei dem sich Menschen die Biografien anderer Menschen im Internet ansehen, die so leben, wie sie selbst. Nicht mehr das Spezielle, das Besondere, das Außergewöhnliche wird hier interessiert verfolgt, sondern  das Alltägliche, das so-wie-ich-sein, der Widererkennbarkeitseffekt des Banalen. 

Stilprägendes Element dieser Inszenierungen ist der Dilettantismus. 
Gewünscht und gesucht wird nicht die Glattheit und Makellosigkeit professioneller Darbietungen von Sängern, Schauspielern, Stars, sondern der alltägliche, bewusst amateurhaft abgebildete und inszenierte Einblick in das Leben von Menschen, wie „du und ich“. 
Der Grundgedanke, des „Jeder ist ein Star“ (Andy Warhol) aus den 70er Jahren ist endlich im wirklichen Leben angekommen, wird aufgegriffen und auf die Spitze getrieben. 
Die LIBERTAS HAUS-Inszenierung  von gelebter, erlebter und ausgedachter Realität benutzt das digitale Medium um diese Ebenen zu vermischen, so dass am Ende des Projektes keine mehr von der anderen zu unterscheiden sein wird und eine bleibende Frage nach dem Vorhandensein und der Abbildbarkeit von „Wahrheit“ und „Realität“ gestellt werden darf.